Eines meiner größten Anliegen ist es, das Wissen, was mir meine Lehrer vermittelt haben und die Erfahrung, die ich in meiner bisherigen Tätigkeit sammeln durfte, weiterzuvermitteln.
Bojidar Lazarov, mein erster Gesangslehrer, legte größten Wert auf das Wohlbefinden beim Singen. Je entspannter man das tut, desto mehr kann man aus der Stimme herausholen. Eine gute Atemtechnik ist dafür Voraussetzung. Ein gutes Körpergefühl ebenfalls. Diese Grundlagen bilden das Geheimnis dafür, wie man das, was einem klanglich im Kopf vorschwebt, umsetzen kann.
Ich lehne ein Standardprogramm für die Ausbildung von Sängern ab, da jeder Schüler andere Anforderungen braucht, unterschiedliche Fähigkeiten und Probleme hat. Jeder Schüler verhält sich in jeder Gesangstunde anders, spricht auf unterschiedliche Entwicklungsreize an. Es liegt in meiner Aufgabe als Gesangslehrer, den Schüler jedes Mal wieder neu an seinem momentanen Entwicklungspunkt abzuholen und mit ihm ein Stück weiter auf seinem Weg zu gehen.
Dabei muß der Schüler stets im Mittelpunkt stehen und ich als Lehrer den Weg finden, auf dem er sich weiterentwickeln kann. Wer als Lehrer denkt, ein Schüler würde "es nicht kapieren", disqualifiziert sich eigentlich selber, denn er gibt damit zu, noch nicht den Weg gefunden zu haben, die den Schüler weiterbringt.
Man kann aber generell sagen, dass die Laufbahn eines Schülers in meiner Klasse etwa so aussieht:
- Entwicklung der einfachen stimmlichen Fähigkeiten, Stimmsitz, Luftkontrolle, Vokal-, Sonanten- und Konsonantenbildung, Körpergefühl beim Singen, Rhythmik
- Erweiterung, Modifizierung und Stabilisierung dieser Fähigkeiten durch Vokalisen
- übertragung der Fähigkeiten auf Literatur in der Reihenfolge der Schwierigkeitsgrade (Oratorium, Oper, Kunstlied, Rezitativ)
Durch meine langjährige kirchenmusikalische Tätigkeit bin ich glücklicherweise in der Lage, die meisten Stücke meiner Schüler selbst am Klavier zu begleiten - ein unschätzbarer Vorteil für die Schüler! Meiner Ansicht nach sollte jemand der Gesangsunterricht gibt, ohne Klavier spielen zu können sich ernsthaft überlegen, ob seine Fähigkeiten ausreichen, um über die Grundausbildung eines Schüler hinausgehen zu können.
Eine Frage taucht immer wieder bei neuen Schülern auf - der finanzielle Aspekt.
Nun - ich denke, jeder, der Qualität abliefert, sollte berechtigt sein, dafür auch ein angemessenes Honorar zu fordern.
Sicher - 30,00 € Stundenlohn hört sich recht üppig an, aber man muß folgendes Bedenken:
Der Schüler erlebt mit dem Gesangslehrer pro Woche 60 Minuten. In dieser Zeit ist der Lehrer uneingeschränkt für den Schüler da, widmet ihm seine Aufmerksamkeit und versucht, seine Entwicklung positiv zu beeinflussen.
Und außerhalb dieser Zeit?
Nun, wir machen uns Gedanken um die Probleme, die ein Schüler sängerisch zu bewältigen hat, suchen geeignete Literatur für ihn heraus, üben diese Literatur, organisieren Klassenkonzerte, stellen Verbindungen zu eventuellen Auftrittsmöglichkeiten für die Schüler her usw. usw. - niemand bezahlt uns dafür, aber wir tun es trotzdem - zum Wohle der Schüler, und wir tun es gerne!
Und vergleichen wir mal:
Was kostet eine Handwerkerstunde?
Was kostet eine Fahrstunde?
Was kostet ein Friseurbesuch und wie lange dauert er?
Und da sollen wir, die wir in die Schüler hineingucken müssen, um sie zu entwickeln, mit einem Dumping-Honorar zufrieden sein?
Wer so denkt, hat offensichtlich die Bedeutung von Unterricht im allgemeinen nicht verstanden...
Abschließend also hier meine Honorarliste für alle, die zuerst darauf gucken wollen:
30 Minuten wöchentlich (ausschließlich Anfänger) - 60,00 €/Monat
45 Minuten wöchentlich (Anfänger und Fortgeschrittene) - 90,00 €/Monat
60 Minuten wöchentlich (Schüler mit solistischen Ambitionen) - 120,00 €/Monat